SPD FULDA
SPD STADTVERBAND FULDA

Pressemitteilung:

Fulda, 05. März 2013

G8/G9–Wahlfreiheit, ein Etikettenschwindel

Bernhard Lindner (Fulda)
+Bernhard Lindner (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen)

Die SPD–Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen bewertet die jüngste Rolle rückwärts der Landesregierung zu G9 als Etikettenschwindel. Eine wirkliche Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 für die Eltern finde nicht statt. Denn alle Kinder, die ein Gymnasium besuchen wollen, das beide Formen anbietet, würden zuerst nach G8 unterrichtet. Nach der Klasse 6 entscheide die Lehrerkonferenz, ob das Kind weiterhin die verkürzte gymnasiale Mittelstufe besuchen solle oder den klassischen G9 – Zweig, wie der AfB – Vorsitzende Bernhard Lindner mitteilte. Hier entwickele sich ein „Zweiklassengymnasium“.

Damit in Fulda keine Konkurrenz zwischen den staatlichen Gymnasien entstehe, böten sie gleichermaßen beide Gymnasialzweige an. Da den Schulen für dieses Bildungsangebot keine zusätzlichen Mittel und Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden sollen, befürchten die Sozialdemokraten, dass betroffene Schülerinnen und Schüler weniger nach ihrer Eignung sondern nach freien Platzkapazitäten einsortiert würden. Dies könne, so die Befürchtung, innerhalb der Schule aber auch zwischen den Schulen geschehen. Damit sei nach zwei Jahren ein weiterer Schulwechsel möglich.

Wenn der Landtagsabgeordnete Dr. Norbert Herr seinerzeit vehement das verkürzte Gymnasium propagierte, sehe er nun ein, dass diese Entscheidung und seine Ausgestaltung pädagogisch und bildungspolitisch falsch war. Die Erkenntnis jener Eltern, die G8 mit ihren Kindern erlebt haben, dass G8 ein Fehler ist, mache auch vor ihm nicht halt. Doch statt den Fehler zu korrigieren und generell zur sechsjährigen gymnasialen Mittelstufe zurückzukehren, werde den Eltern eine Wahlfreiheit vorgegaukelt, die die Unsicherheit weiter verstärke.

Diese Entscheidungsängste müsse es nicht geben so Lindner, wenn ein gemeinsamer Unterricht für alle Kinder bis Klasse 10 stattfände. So könnten ohne Leistungsdruck die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten gebildet werden. Dann erübrige sich auch die reich leistungsorientierte Sitzenbleiberdiskussion, so Lindner abschließend.

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