SPD FULDA
SPD STADTVERBAND FULDA

Pressemitteilung:

Fulda, 31. Mai 2013

“Sagen, was man tut - und tun, was man sagt”:

Wolfgang Thierse diskutiert in Fulda zu Moral und Ethik in der Politik
Bildunterschrift (v.l.n.r.): Pfarrer Prof. Dr. Karl-Heinrich Ostmeyer, Sabine Waschke MdL, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, Bundestagskandidatin Birgit Kömpel, Moraltheologe Prof. Dr. Rupert Maria Scheule und Moderator Hermann Diel
+Bildunterschrift (v.l.n.r.): Pfarrer Prof. Dr. Karl-Heinrich Ostmeyer, Sabine Waschke MdL, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, Bundestagskandidatin Birgit Kömpel, Moraltheologe Prof. Dr. Rupert Maria Scheule und Moderator Hermann Diel
Bildunterschrift (v.l.n.r.): Pfarrer Prof. Dr. Karl-Heinrich Ostmeyer, Sabine Waschke MdL, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, Bundestagskandidatin Birgit Kömpel, Moraltheologe Prof. Dr. Rupert Maria Scheule und Moderator Hermann Diel
+Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse bei seiner Einführungsrede
Zahlreiche Zuhörer im vollbesetzten Saal im ITZ Fulda folgen der Diskussion
+Bildunterschrift: Zahlreiche Zuhörer im vollbesetzten Saal im ITZ Fulda folgen der Diskussion

Vor rund 90 Gästen debattierte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse auf Einladung der SPD Fulda mit dem katholischen Moraltheologen Prof. Dr. Rupert Maria Scheule, dem evangelischen Pfarrer Prof. Dr. Karl-Heinrich Ostmeyer, der Landtagsabgeordneten Sabine Waschke sowie Bundestagskandidatin Birgit Kömpel über die Anforderungen an Politikerinnen und Politiker von Seiten der Wählerschaft und die Frage, was die Politik tun könne, um ihr Ansehen wieder zu verbessern. Moderiert wurde die Diskussion von Herrmann Diehl vom Hessischen Rundfunk.

“Kein Berufsstand ist derart Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit und Kritik wie der des Politikers. Aber das ist grundsätzlich ja auch okay so”, bemerkte Thierse einleitend. In einem sich immer schneller wandelnden Umfeld sei es für die Bürgerinnen und Bürger häufig schwierig, Verständnis für die vergleichsweise langsamen Prozesse demokratischer Politik aufzubringen. Was dabei jedoch nicht vergessen werden dürfe, sei die Tatsache, dass auch die politisch Handelnden “schlicht Menschen” seien. Dies zuzugestehen, ist auch für Waschke der erste Schritt zu einem besseren Verhältnis zwischen Politik und Gesellschaft. “Wir sind ganz normale Menschen mit ihren Charaktereigenschaften und Fehlern, die wir auch offen eingestehen müssen. Was mich besonders stört, sind vor diesem Hintergrund allerdings Verallgemeinerungen”, so die Landtagsabgeordnete. Oft stünden statt des Ringens um die beste Lösung eine ideologische Auseinandersetzung oder reine machtpolitische Interessen im Vordergrund, was problematisch sei - das sieht auch Thierse so: “Politik darf nicht im sinnlosen Pragmatismus enden. In offenen, komplexen Problemsituationen aus bestimmten Gründen und auf einem ethischen Fundament Entscheidungen treffen - das ist Moral!”

Moraltheologe Scheule sieht dabei einen Performancewiderspruch als Hauptproblem an, also eine Diskrepanz zwischen den von den Politikerinnen und Politikern selbst geschaffenen Strukturen und ihrem anschließenden Verhalten. “Politiker müssen keine besseren Menschen sein. Vielmehr geht es darum Gemeinsamkeiten zu sehen und gemeinsam etwas zu tun - gelingt das, wird diese Politik unter Garantie eine moralische sein.” Er appellierte an die Wählerinnen und Wähler, auch ihr eigenes Verhalten zu reflektieren, Geduld zu haben und bereit zu sein Fehler zu verzeihen. Demgegenüber betonte Pfarrer Ostmeyer die Notwendigkeit der Glaubwürdigkeit: “Eigene moralische Maßstäbe müssen als Ziel immer da sein. Wenn wir das schaffen, haben wir unseren Teil getan.”

Sich zuallererst am eigenen Anspruch zu messen, lautet auch die Maxime für SPD-Bundestagskandidatin Kömpel: “Es geht darum, authentisch zu sein und bei der Wahrheit zu bleiben. Sich in andere hineinzufühlen, ist eine ganz bedeutende Eigenschaft für eine Politikerin.” Wenn auch noch nicht selbst in der Berufspolitik aktiv, habe sie bereits seit ihrer Nominierung die hohen Ansprüche wahrgenommen, “teils auch aufbauend auf Vorurteilen”, wie sie sagt. Wichtig sei deshalb, sich vor allem auf die eigenen Stärken anstatt auf Fehler anderer zu konzentrieren. Waschke ergänzte, dass es wichtig sei, kontinuierlich für seine Ziele zu kämpfen, auch wenn dies oft abseits der Öffentlichkeit geschehe. Daran anknüpfend ergänzt der SPD-Landtagskandidat Pascal Barthel, „eines der wertvollster Güter in der Politik ist Glaubwürdigkeit. Diese darf nicht verspielt werden. Die Menschen merken, ob Politikerinnen und Politiker zum reinen Selbstzweck handeln oder ob sie es aus Überzeugung machen“. Als einen universellen Leitspruch einigten sich die Diskutierenden auf “sagen, was man tut - und tun, was man sagt!”

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem der in Fulda neu gegründete Arbeitskreis “Christen in der SPD” vorgestellt, für den Thierse die Patenschaft übernimmt. Arbeitskreisvorsitzender Joseph E. Plur lud herzlich zur Mitarbeit ein: “Christliche Politik gibt es in allen Parteien, nicht nur in denen mit dem ‘C’ im Namen. Wir wollen uns aber vor allem auch für den Dialog zwischen den Religionen einsetzen.”

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