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Meldung:

Neuhof, 22. Januar 2014

Ins Hutzelfeuer mit der "Orientierungshilfe"

Kolumne

Die Passage zum Ehrenamt hätte sich Ministerpräsident Volker Bouffier in seiner diesjährigen Neujahrsansprache sparen können. Zu Recht hat zwar Bouffier das Ehrenamt in den höchsten Tönen gelobt. Doch was hilft es, wenn er wortreich das Ehrenamt hervorhebt und sein Umweltministerium mit einer unsinnigen „Orientierungshilfe“ für Hutzelfeuer die ehrenamtliche Arbeit zunichte macht?

Dem Ehrenamt hat die „Hilfe“ aus dem hessischen Umweltministerium in jedem Fall in einer nie dagewesenen Weise geschadet. Mehrere traditionsreiche Hutzelfeuer wurden bereits von Ehrenamtlichen in der Fuldaer Region abgesagt.

Wenn Ministerpräsident Bouffier wirklich hinter dem steht, was er zum Ehrenamt gesagt hat, dann muss er postwendend die unsinnige „Orientierungshilfe“ seines Ministeriums ins Hutzelfeuer werfen, sonst glaubt niemand mehr seinen "Sonntagsreden" zum Ehrenamt.

Seit Jahrzehnten werden bei uns durch ehrenamtliche Helfer traditionell Hutzelfeuer abgebrannt. Nie ist etwas passiert! Vergeblich sucht man nach Gründen, was das Umweltministerium veranlasst haben könnte, einen solchen Unsinn zu verfassen. Haben die Mitarbeiter im Umweltministerium an grünen Tischen nichts anderes zu tun, als ein Pamphlet gegen Hutzelfeuer abzuschießen?

Hätte es einen konkreten Anlass oder Unfälle während der Hutzelfeuer gegeben, müsste eine rechtsverbindliche Verordnung (nicht eine Orientierungshilfe!) zum Umgang mit Hutzelfeuern erlassen werden.

Für den verfassten Unsinn der Hessischen Regierung lässt sich aber kein triftiger Grund finden. Außerdem basiert die "Hilfe" auf keiner Rechtsgrundlage: Denn nur die Kommunen haben darüber zu entscheiden, wie mit Hutzelfeuer zu verfahren ist.“ Die "Hilfe" des Umweltministerium ist weder für die Gemeinden noch die Veranstalter bindend.

Die "Hilfe" des hessischen Umweltministeriums enthält viel Unsinn: Hutzelfeuer dürfen nur am Hutzelsonntag aufgeschichtet werden, Hutzelfeuer sind bis zum endgültigen Erlöschen zu bewachen, die Höhe des Hutzelfeuers darf nicht zwei Meter überschreiten. Da bleibt letztlich nur ein mickriges kleines Lagerfeuer übrig. Was soll der Unsinn?

Für mich ist es wichtig, dass das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger nicht durch unnütze Äußerungen des Umweltministeriums in Hessen gemindert oder gar vernichtet wird. Die Verunsicherung ehrenamtlicher Mitarbeiter führt nur zur Aufgabe der traditionsreichen Hutzelfeuer im ländlichen Raum.

Die Hutzelfeuer gehören seit meiner Kindheit zum Brauchtum in unserer Region. Sie leben von der Arbeit der Ehrenamtlichen! Hutzelfeuer gehören zum Dorfleben. Man trifft sich, isst und trinkt miteinander und pflegt so Gemeinschaft. In einer Zeit, in der allenthalben die Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen beklagt wird, müssen Traditionen des Miteinanders unbedingt erhalten bleiben.

Bekanntlich malen die Mühlen der Regierung und ihrer Ministerien außerordentlich langsam. Bis Ministerpräsident Volker Bouffier die Anweisung zur Entsorgung der "Orientierungshilfe" für Hutzelfeuer erteilt und sein Ministerium aktiv wird, können Jahre ins Hessenland ziehen. Deshalb meine Empfehlung an die Ehrenamtlichen der Hutzelfeuer:

Ins Hutzelfeuer mit der unsinnige "Orientierungshilfe"! So strahlt der helle Feuerschein der Hutzelfeuer von den Höhen unserer Berge bis nach Wiesbaden. Sicher geht dem Ministerpräsident und seinen Gefolgsleuten dann ein Licht auf und kommt ihnen die Erleuchtung, dass wir uns nicht durch die Landesregierung unser Ehrenamt, unseren Gemeinsinn und unsere traditionellen Hutzelfeuer zunichte machen lassen.

Gerne verweise ich auf die Facebook-Gruppe "Rettet die Hutzelfeuer" (FZ, 08.01.2014, Seite 10), die Leben in die Problematik bringt.


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