SPD FULDA
SPD STADTVERBAND FULDA

Pressemitteilung:

Neuhof, 06. August 2014

Extremen Gotteskriegern gemeinsam entgegentreten

Kolumne

Extremistische Salafisten stellen eine ernste Bedrohung in Deutschland dar, weil sie in unserem Land einen islamischen Staat mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) errichten wollen. Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung des Islams, der nur eine kleine Minderheit der Muslime angehört.

Die Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen die Gleichberechtigung von Mann und Frau ab. Die Frau ist Eigentum des Mannes und ist ihm bedingungslos unterworfen. Salafisten nutzen gerne die „Herdprämie“, um ihre Kinder im Dunstkreis ihrer Ideologie vor den Ungläubigen in der Kita zu schützen.

Die konsequente Trennung von „guten Gläubigen“ und „bösen Ungläubigen“ macht jede Integration ihrer Mitglieder in Deutschland unmöglich. Zu ihren vermeintlichen „Feinden“ zählen aus ihrer Sicht alle, die sich nicht der strengen ideologischen Auslegung der Scharia unterwerfen wollen.
Extremistische salafistische Prediger und Netzwerke bieten durch gewaltverherrlichende Propaganda zudem einen höchst problematischen Nährboden für Radikalisierungsprozesse. In entsprechenden Milieus finden sich gewaltbereite Einzelpersonen zusammen.
Die Gründe, warum sich junge Menschen vom Salafismus angezogen fühlen, sind vielfältig: Identitätskrise, schulische und familiäre Probleme, Diskriminierung und anderes mehr. Wer in der deutschen Gesellschaft nicht ankommt, sucht sich eben anderswo eine Heimat.
Sicherlich ist der Salafismus zunächst ein Phänomen im Bereich muslimisch-stämmiger Bevölkerungsgruppen, insbesondere Jugendlicher, die mit ihren Familien eingewandert sind. Bis zu zehn Prozent der Salafisten sind keine „Geburtsmuslime“. In den salafistischen Netzwerken wird überwiegend deutsch gesprochen. Rund drei Viertel der Personen haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Für mich ist es unbedingt notwendig und wichtig an dieser Stelle eine klare Trennung zwischen dem Islam als Religion und dem Salafismus als politisches Programm zu ziehen, um vor allem die Mehrheit der Muslime zu schützen, die gut integriert und friedlich in Hessen und Deutschland leben.
Es gilt zu beachten: Religiöser Extremismus mit der Ausgrenzung Andersgläubiger und Andersdenkender ist wohl weltweit in allen Religionen zu finden. Ihre Wurzeln hat der religiöse Extremismus in einer gnadenlosen Intoleranz.

Wir tragen alle in Deutschland als Christen, Juden, Muslime, und Zugehörige anderer Weltanschauungen eine besondere Verantwortung dafür, Salafisten mit ihrem verfassungsfeindlichen Gedankengut entgegenzutreten. Bei der Anwerbung Jugendlicher durch die Salafisten ist „Antisemitische Hetze“ eine wichtige, wenn auch nicht die zentrale Indoktrinationsquelle. Wir müssen uns deshalb stark machen gegen Antisemitismus und Rassismus. Es ist unsere Aufgabe für eine gesellschaftliche Kultur einzutreten, in der salafistische Rattenfänger mit ihren simplen Parolen keinen Nährboden mehr finden.
Lobend ist hier der „Wegweiser“ in Nordrhein-Westfalen zu erwähnen, ein deutschlandweit einzigartiges Projekt gegen salafistische Extremisten. Die Beratungsstelle bietet unter anderem Hilfe beim Ausstieg aus der salafistischen Szene an.

Das nachahmenswerte Projekt "Wegweiser" richtet sich nicht nur an gefährdete Jugendliche, sondern auch an deren Eltern, Geschwister, Freunde und Lehrer. Denn diese merken oft zuerst, wenn sich jemand verändert. So wie Robert B., der in Solingen radikalisiert wurde und im Januar in Syrien starb. Dutzende Ungläubige habe er getötet, lobten ihn seine Glaubensbrüder auf Twitter.
Weil zunehmend Salafisten als schwere Bedrohung für unseren Rechtsstaat und unsere Freiheit in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, wird sich der hessische Landtag voraussichtlich im Herbst in einer Experten-Anhörung des Themas annehmen. Die Bedrohung durch extremistische Salafisten betrifft uns alle, und wir alle können dazu beitragen, unseren demokratischen Rechtsstaat wirkungsvoll vor Extremisten zu schützen.


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