SPD FULDA
SPD STADTVERBAND FULDA

Pressemitteilung:

03. Juni 2015
Diskussion über Mindestlohn

Kömpel: Brauchen die Dokumentation

Abgeordnete zu Besuch bei SIMONMETALL
+Birgit Kömpel im Gespräch mit Christian, Ursula und Yvonne Simon (von links).

Seit 1919 besteht das Handwerksunternehmen SIMONMETALL in Tann-Günthers. In vierter Generation führen Christian und Yvonne Simon nun den Betrieb. 35 Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt, darunter sechs Lehrlinge.
Das Unternehmen aus Günthers fertigt unter anderem Geländer, Treppenanlagen, Balkonanlagen, Überdachungen, Vordächer, Carports, Zäune u.v.m. und steht für Ideen in Metall. Das heißt: Neue Bauteile werden individuell nach Kundenwunsch und passend zum jeweiligen Objekt gefertigt. Meistens arbeitet SIMONMETALL für Privatkunden.
Die dritte Generation mit Bernhard und Ursula Simon gehört ebenfalls zum Team. Ursula Simon hatte sich in einem Brief an Arbeitsministerin Andrea Nahles und die Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (beide SPD) gewandt. Darin schilderte die Seniorchefin die „hohen Bürokratiehürden“, die Betrieben wie SIMONMETALL auferlegt würden. Und sie lud Birgit Kömpel nach Günthers ein, um sich den Betrieb anzuschauen und über die Probleme zu diskutieren, die mittelständische Betriebe mit der Einführung des Mindestlohngesetzes haben.
„Es geht uns nicht darum, 8,50 Euro zu zahlen. Das Problem ist die Dokumentationspflicht der Arbeitszeit“, erklärte Geschäftsführer Christian Simon der Bundestagsabgeordneten. „Mich ärgert der Generalverdacht, dem alle Betriebe erst einmal unterliegen“, erklärte Seniorchefin Ursula Simon: „Reicht es nicht aus, wenn diejenigen Betriebe dokumentieren müssen, die schon einmal negativ aufgefallen sind?“
„Wir können leider nicht die weißen von den schwarzen Schafen unterscheiden. Sowohl der Zoll, aber auch verschiedene Branchen bestätigen uns, dass es notwendig ist, die Dokumentation den Unternehmen abzuverlangen“, entgegnete die Abgeordnete. Die SPD habe für das Mindestlohngesetz unter anderem gekämpft, weil es nicht mehr sein kann, dass Betriebe aufgrund von Lohndumping ihre Personalkosten über die Steuerzahler/innen abwickeln. Einem Unternehmen wie SIMONMETALL, das schon immer sehr gut mit seinen Mitarbeitern umgegangen sei, komme der Mindestlohn ebenfalls entgegen. Schließlich müssten Konkurrenzunternehmen sich auch an die Regularien halten und könnten ihre Produkte nicht mehr günstiger anbieten, weil sie geringere Löhne zahlten.
Ursula Simon berichtete von einer Studienreise mit den Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) nach Kanada. Dort war die neue Aufzeichnungspflicht Thema. Es seien meistens die Frauen in den Betrieben, die die bürokratischen Hürden überwinden müssten. Christian Simon ergänzte, dass auch Zeitlisten manipuliert werden könnten, und „schwarze Schafe“ immer ein neues Schlupfloch fänden, weshalb bei Verdacht gezielte Kontrollen auf jeden Fall wirkungsvoller seien.
Es wurde auch erörtert, inwieweit die Beschäftigung für Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung mit dem neuen Mindestlohngesetz vereinbart werden kann. Hier versteht sich das Unternehmen SIMONMETALL als Partner der Inklusion und leistet bereits seit einiger Zeit seinen Beitrag.
Als weitere Belastung sehen Christian und Yvonne Simon die Ihnen von der Politik übertragene Verantwortung für die Nachunternehmer. SIMONMETALL hat alle Nachunternehmer angeschrieben, aber nur von etwa 30 Prozent die Einhaltung der Mindestlohn-Vorschriften bestätigt bekommen. Ein Teil der Nachunternehmer/Lieferanten habe eigene Formulierungen gewählt, deren Rechtssicherheit unmöglich von einem Handwerksunternehmen überprüft werden könne, erklärten die Unternehmer. Christian Simon: „Wie sollen wir damit umgehen?“
Nach einem intensiven Austausch der Argumente erklärte Birgit Kömpel, dass sie die angesprochenen Probleme und Lösungsvorschläge mit nach Berlin nehme und sie dort mit den entsprechenden Gremien und Ministerin Nahles erörtern werde.






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