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Pressespiegel:

Fulda Stadt und Landkreis, 19. Februar 2016
Von Susanne Dörr

Pflege und Betreuung im Landkreis Fulda sicher stellen!

In der Pflege fehlen Fachkräfte
Susanne Dörr
+Susanne Dörr

Aktuell gibt es im Landkreis Fulda 33 Alten- und Pflegeheime, bzw. Anbieter von Kurzzeitpflege mit insgesamt etwa 2500 Plätzen. Ferner 55 ambulante Pflegedienste, die sich um die Pflegebedürftigen zuhause kümmern.
Auf der Seite des Pflegestützpunkts Fulda findet man eine Tabelle aus der hervorgeht, wo es frei e Heim- und Kurzzeitpflegeplätze gibt. Aktuell sind neun Pflegeheime voll belegt, in allen anderen stehen Plätze zur Verfügung. Das liegt daran, dass im letzten Jahr zwei neue Heime (Fulda-Galerie, Petersberg)eröffnet wurden. Leider musste ein anderes Pflegeheim schließen, weil man nicht mehr genügend Personal finden konnte, das Rhönpanorama in Poppenhausen/Rabennest .
Im Rahmen einer Veranstaltung im Frühjahr 2015 erklärte Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld/Fulda, dass aktuell auf 100 offene Stellen in der Pflege 30 suchende Pflegefachkräfte kommen. Wenn man nicht gegensteuert, werden in den nächsten Jahren weitere Pflegeeinrichtungen, vor allem im ländlichen Raum schließen müssen. Die Wohnortnahe Versorgung steht auf dem Spiel.
Hinzu kommt, dass durch den Personalmangel die Pflegequalität leidet. Das Pflegepersonal ist überlastet und kann sich nicht angemessen um die alten Menschen kümmern. Mehr als „Satt und Sauber“-Pflege ist nicht mehr möglich. Die Ausbildung leidet darunter und wird unattraktiv. Ein Teufelskreis! Durch Programme der Länder und des Bundes ist die Zahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren angestiegen. Das reicht aber bei Weitem nicht aus, dem steigenden Bedarf entgegen zu wirken.
Was kann der Landkreis tun?
- Das kommunale Kreisjobcenter ermöglicht einigen Leistungsempfängern eine Umschulung zur Altenpflegefachkraft.
- Die Zahl der Finanzierungen muss deutlich steigen.
- Die Umschüler machen eine anspruchsvolle und anstrengende Ausbildung von hoher gesellschaftlicher Bedeutung und leben dabei drei Jahre lang von Harz IV Leistungen, während ihre Kurskollegen, überwiegend Jugendlichen und junge Frauen, schon im ersten Ausbildungsjahr ein Bruttogehalt verdienen, das mehr als doppelt so hoch ist. Hier kann man ansetzen: Um eine Pflegeausbildung für ALG II -Leistungsempfänger attraktiver zu machen, könnte man ihnen im Sinne der Gleichbehandlung mit Erstauszubildenden einen Zuschuss zur Sozialhilfe gewähren.

Der überwiegende Anteil pflegebedürftiger Senioren wird zuhause von Angehörigen, den Töchtern und Schwiegertöchtern gepflegt.
Das ist eine hohe Belastung, sowohl körperlich, als auch psychisch. Aufgrund der körperlichen Belastung leiden viele pflegende Angehörige unter Rückenproblemen. Die psychische Belastung, man ist Tag und Nacht verantwortlich, muss mit Krankheit, Pflegebedürftigkeit und häufig auch den Launen eines nahen Verwandten umgehen, kann Schlafstörungen und Depressionen verursachen.
Hier kann der Landkreis pflegende Angehörige beispielsweise durch
- Bezuschussung von Pflegekursen, einem kostenlosen Supervisionsangebot und
- der Bezuschussung von Rückenschulen unterstützen.

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