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SPD STADTVERBAND FULDA

Pressemitteilung:

Neuhof/ Fulda/Wiesbaden, 15. Mai 2016

70 Jahre Hessen

Kolumne

Hessen vereinen und Flüchtlinge integrieren

70 Jahre Hessen: Welche Bedeutung kommt dem Hessentag noch zu? Diese Frage wird unterschiedlich beantwortet. Die Meinungen der Kritiker und Befürworter über die inhaltliche Gestaltung der Hessentage weichen deutlich voneinander ab.

Seit seinen Anfängen hat der Hessentag viele Wandlungen erfahren. Stagnierende Besucherzahlen zeigten beispielsweise in den 80er Jahren, dass das Konzept des Hessentags allein mit dem Trachten- und Brauchtums-Schwerpunkt überholt war. Die Verantwortlichen des Hessentags ergänzten und erweiterten das Konzept. Heute verbindet der Hessentag Kultur, Brauchtum und modernen Lebensstil. Konzerte internationaler Popgruppen gehören mittlerweile zum Veranstaltungsprogramm. Jedes Jahr kommen regelmäßig mehr als eine Million Besucher zum Hessentag – und das nicht nur aus unserem Land Hessen.

Der Vater des Hessentages, der ehemalige Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD), wollte mit dem von ihm ins Leben gerufenen Hessentag 1960 das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Hessen mit den rund 1,2 Millionen Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen stärken. Getreu dem Motto Zinns: „Hesse ist, wer Hesse sein will“. Es ging ihm um ein eigenes Selbstbewusstsein für das von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg künstlich geschaffene Hessen. Darin sah er die Hauptaufgabe des ersten Hessentags. Dieser wurde an drei Tagen im Sommer 1961 mit bescheidenen 50 Veranstaltungen und 40.00 Besuchern in Alsfeld im Vogelsbergkreis gefeiert.

Der 1901 in Frankfurt-Sachsenhausen als Sohn eines Ingenieurs geborene Georg August Zinn sah es nach seiner Vereidigung zum Hessischen Ministerpräsident 1950 als seine vordringlichste Aufgabe an, nicht nur die Trümmer des Krieges zu beseitigen, sondern die Hessen zu einer großen Familie zu einen. Dieses Bemühen ist im Hessentag wach und lebendig geblieben.

Der Hessentag ist aus meiner Sicht für das Land Hessen heute noch von großer Bedeutung. Darauf weisen nicht nur die hohen Besucherzahlen hin, sondern auch die Fähigkeiten der Verantwortlichen, den Hessentag immer wieder neu an den Bedürfnissen der Hessen und am aktuellen Zeitgeschehen auszurichten.

Angesichts eines der drängenden Probleme unserer Zeit, sollte der Hessentag nach meiner Meinung ein Anliegen des ersten hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn aufgreifen. Zinn rief den Hessentag ins Leben, um die „Alteingesessenen mit den Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen zusammenzubringen, und ihnen ein Gefühl für ihre neue Heimat zu geben“

Die Idee Zinns, ließe sich vielleicht schon auf dem nächsten Hessentag in Herborn oder im nächsten Jahr verwirklichen. Unter dem Slogan: „So bunt ist das Leben“ könnte die Integration der Flüchtlinge thematisiert und gut in das Veranstaltungsprogramm eingebunden werden.

Für diesen Programmpunkt hätte ich einen Vorschlag: Bürgerinitiativen, Kirchen, Kommunen, Schulen und Vereine bemühen sich in den letzten Wochen und Monaten um die Integration der Flüchtlinge. Es ist fast schon ein Wettbewerb unter den Initiatoren entstanden, wer über das gelungenste Integrationsmodell verfügt.

Der Hessentag wäre aus meiner Sicht als Forum des Landes Hessen prädestiniert, beispielhafte Integrationsmodelle vorzustellen, zu bewerten und zu prämieren. Die prämierten Integrationsmodelle würden sicher zur Nachahmung anregen und dazu beitragen, Menschen, die vertrieben bzw. geflüchtet sind, in Hessen eine neue Heimat zu bereiten. So würde in Hessen auch weiterhin gelten: „Hesse ist, wer Hesse sein will“. - Das wäre mein Wunsch an den Hessentag.


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