SPD FULDA
SPD STADTVERBAND FULDA

Meldung:

Fulda, Gaststätte Felsenkeller, Leipziger Str. 12 , 09. Februar 2011

Veranstaltung: „Stadt und Land ohne Arzt - Medizinische Versorgung im ländlichen Raum“

mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Thomas Spies MdL
Dr. Thomas Spies MdL
+Dr. Thomas Spies MdL

„Zukünftig wird es deutlich weniger junge Ärztinnen und Ärzte geben, die wie Landärzte früherer Zeit die Praxis im ersten Stock betreiben und im zweiten Stock wohnen. Sie können auch nicht mehr auf mithelfende Familienangehörige rechnen und wollen nicht rund um die Uhr verfügbar sein“, erläuterte Spies. Wichtig sei es, diese Veränderungen zur Kenntnis zu nehmen und frühzeitig umzusteuern. Notwendig seien primärärztliche Zentren, bei denen die Ärztinnen und Ärzte als Angestellte arbeiten könnten. „Zusätzlich brauchen wir nichtärztliche, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Betreuung von Patientinnen und Patienten übernehmen – so wie es früher die Gemeindeschwester getan hat“, forderte Spies.

Viele Ärztinnen und Ärzte scheuten vor dem hohen bürokratischen und kaufmännischen Aufwand einer Praxisführung zurück. „Diese Menschen kann man für den Arztberuf gewinnen, wenn man ihnen diese Aufgaben abnimmt“, erklärte Spies. Als angestellte Ärzte könnten sie ihre Arbeitszeit flexibel organisieren und sich auf den Patienten konzentrieren. Umgekehrt habe auch der Patient selbst dann einen Arzt vor Ort, wenn ein ganzer Hausarzt nicht mehr ganz ausgelastet werden könne. „Im Zusammenspiel von Kommunen, Landkreisen und öffentlichen Krankenhäusern sind viele organisatorische Modelle denkbar, mit denen wir die medizinische Versorgung auch in Zukunft sicherstellen können. Die Kommunen können alleine oder gemeinsam oder gemeinsam mit Krankenhäusern diese Aufgabe in Angriff nehmen und in genossenschaftlichen oder anderen Strukturen betreiben“, stellte Spies fest. Ein finanzielles Risiko sei nicht vorhanden, denn auch in diesen Strukturen erfolge die Abrechnung der ärztlichen Leistungen über die Kassenärztliche Vereinigung.

„Der demografische Wandel und die Veränderungen sind in Bezug auf die medizinische Versorgung gerade im ländlichen Raum eine Herausforderung, aber kein Grund für Katastrophenmeldungen. Es gibt genügend Ideen und Konzepte, um der Aufgabe gerecht zu werden“, so Spies abschließend.


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