Presse-Mitteilung vom 21.02.2010

SPD Fulda-Nord: "Herr Dr. Arnold, wo bleiben die 450 Autos in der ehemaligen Itra-Halle?"

                                                                                      

Die SPD im Fuldaer Norden wundert sich, dass auf dem ehemaligen Itra-Gelände bei der Hochschule Fulda trotz großer Ankündigung durch Dr. Walter Arnold (CDU) wenige Monate vor der Landtagswahl im Januar 2008 immer noch keine Autos in ein Parkhaus fahren.

                                                                                                                                                                                          

Im August 2007 verkündete der CDU Landtagsabgeordnete Dr. Walter Arnold (damals noch Finanzstaatssekretär in der Hessischen Landesregierung), dass das Land Hessen das ehemalige Itra-Gelände nebst Teilen des angrenzenden Üwag-Areals gekauft habe, um dort ein Parkhaus mit 450 Parkplätzen zu errichten. Der Bau des Parkhauses sei notwendig, da der Campus der angrenzenden Hochschule Fulda neu gestaltet werde und damit einhergehend der bisherige Parkplatz für die Studenten dem neu geplanten Zentralgebäude mit Mensa, Bibliothek und Datenverarbeitungszentrum weichen müsse. Arnold veranschlagte seinerzeit den Baubeginn auf Ende 2008. "Und ein Jahr später werden dann hoffentlich die ersten Autos in das neue Parkhaus fahren", so Arnold seinerzeit gegenüber der Fuldaer Zeitung. Bis dato seien keine baulichen Aktivitäten erkennbar, stellt nun im Jahre 2010 die SPD im Fuldaer Norden fest. "Regieren nach dem Prinzip Hoffnung funktioniert halt nicht", so Sebastian Dickhut, Vorstand der SPD im Norden Fuldas. "Vielleicht liegt es ja daran, dass Dr. Arnold nicht mehr Finanzstaatssekretär ist", vermutet Dickhut zynisch.

                                  

Ebenfalls wurde seinerzeit berichtet, dass sich die Firma Jumo zu einem Drittel an den Kosten beteilige. Im Gegenzug würden nach Fertigstellung 150 der neu entstehenden Stellplätze der Firma Jumo zur Verfügung stehen. Zudem erlaube Jumo den Studenten, die Verlängerung der Moltkestraße als Zugang zu dem Parkhaus zu nutzen. Bei diesem Straßenabschnitt handele es sich um privates Betriebsgelände der Firma Jumo. "Unabhängig von der Tatsache, dass bis dato keine baulichen Aktivitäten erkennbar sind, ist die SPD im Fuldaer Norden verwundert darüber, dass Anfang Februar im Bauausschuss der Stadt Fulda eine alternative verkehrliche Erschließung des geplanten Parkhauses vorgestellt wurde, deren Gesamtkosten sich auf über eine halbe Million Euro belaufen werden", so Dickhut. Der Zugang zu dem Parkhaus solle gemäß Vorschlag der Stadtverwaltung über die Daimler-Benz-Straße, vorbei an den Kleingärten "Neue Heimat" parallel zur Bahntrasse erfolgen. Eine Anfahrt über die Moltkestraße sei offensichtlich nicht mehr vorgesehen. Damit ergeben sich aus Sicht der SPD weitere Probleme: "Wo sollen beispielsweise die Kleingartenbesitzer parken, wenn die gesamte Straße vor den Kleingärten mit einem absoluten Halteverbot versehen wird?" fragt sich Dickhut. Ebenso haben die Sozialdemokraten große Zweifel, ob mit dem vorliegenden Vorschlag weiterhin ein vernünftiger und verkehrlich sachgerechter Zugang sowohl zum Gelände des Technischen Hilfswerks als auch zur Heyl Mühle in der Moltkestraße, die insbesondere zur Erntezeit von etlichen großen Traktoren angefahren wird, möglich ist.

 

Zu den Kosten der vorgeschlagenen alternativen Erschließung sagt Dickhut: "Zwar erwartet die Stadt Fulda eine deutliche Kostenbeteiligung des Landes Hessen, eine klare Zusage gibt es aber nicht." Auch die SPD Landtagsabgeordnete Sabine Waschke aus Neuhof hat sich nun eingeschaltet. Sie will in einer Anfrage von der Hessischen Landesregierung u.a. wissen, ob seinerzeit Verpflichtungsverträge o.ä. mit der Firma Jumo abgeschlossen wurden: "Wir wollen wissen, ob die Nutzung des Betriebsgeländes der Firma Jumo als Zugang zu dem geplanten Parkhaus vertraglich festgeschrieben wurde oder ob man hier lediglich auf unverbindliche mündliche Zusagen vertraut hat." Genau die gleiche Frage betrifft die Kostenbeteiligung der Firma Jumo im Gegenzug für die Nutzung eines Teils der geplanten Stellplätze. Ebenfalls will Waschke wissen, in welchem Umfang sich das Land Hessen an den Kosten der alternativen verkehrlichen Erschließung des Parkhauses beteiligen werde, sofern diese -- wie im Fuldaer Bauausschuss vorgestellt -- umgesetzt wird. Dickhut fordert dazu ganz klar: "Wenn das Land Hessen einen anderen Zugang als ursprünglich geplant zu dem neu zu errichtenden Parkhaus bevorzugt, dann muss das Land auch die Kosten in voller Höhe übernehmen. Insbesondere dann, wenn es das Land versäumt hat, sich das Wegerecht vertraglich zuzusichern."


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